Hemmelrath nimmt innovative Klarlackfertigung in Betrieb

//Hemmelrath nimmt innovative Klarlackfertigung in Betrieb

Hemmelrath nimmt innovative Klarlackfertigung in Betrieb

Automatisierte, modulare Produktion am Standort Erlenbach

Mit der neuen Anlage ist die Hemmelrath Lackfabrik in der Lage, sowohl 1K- als auch 2K-Klarlacke sehr flexibel in Großchargen produzieren zu können. Eine Besonderheit ist dabei die Möglichkeit, jede beliebige Klarlackrezeptur auch bei Losgröße 1 – also kundenindividuell – automatisch mit allen Besonderheiten der Parametrierung herzustellen. Die Produktionskapazität liegt aktuell bei 5.000 Jahrestonnen und kann bei Bedarf erweitert werden.

„Nach 17 Monaten für Planung und Aufbauphase haben wir im Februar 2016 die neue, auf einer Fläche von 453 m² errichtete, automatisierte Fertigungsanlage für Klarlacke in Betrieb genommen“, so Thomas Dickels, Werksleiter bei Hemmelrath. „Mit dieser Anlage setzen wir hinsichtlich Nachhaltigkeit, Flexibilität und Prozess-Stabilität neue Maßstäbe in der Branche. Die Zeiten, in denen Rohstoffe aufwändig manuell dosiert werden mussten, sind damit Geschichte. Hemmelrath stärkt mit dieser Investition in Höhe von 4 Mio. € seine Position auf dem Weltmarkt.“

Qualität und Output

Einerseits fordern die Automobilhersteller Klarlacke, die sehr spezifisch an ihre Wünsche angepasst sind. Dem steht auf Seiten der Lackproduzenten die Herausforderung gegenüber, der großen Produktvielfalt sowie individuellen Kundenwünsche mit größtmöglicher Automatisierung und Flexibilität zu begegnen, um wettbewerbsfähig und schnell liefern zu können. Bei Hemmelrath ist man nun in der Lage, Losgröße 1 automatisiert umzusetzen. Thomas Dickels erklärt: „Dies bedeutet, dass jeder Klarlack auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Kundenwerks zugeschnitten werden kann. Oder anders gesagt: Wir können mit Hilfe der neuen modular aufgebauten Fertigungsanlage ohne größeren Aufwand für jedes Kundenwerk vollautomatisch einen eigenen Klarlack produzieren, obwohl sich jedes Produkt als in Details verändertes Derivat mit eigener Rezeptur darstellt.“

Die Hemmelrath MoFa (Modulare Lack-Fabrik) setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen und verbindet ein Bindemittel-, ein Lösemittel-, ein Additiv-, ein Fertigwaren- sowie ein Prozessmodul zu einer komplexen, IT-gesteuerten Einheit. Um eine solche MoFa betreiben zu können, ist es Voraussetzung, dass Lack-Rezepte sowie die Fertigungsanlage modular aufgebaut sind.

Ein weiteres Highlight der neuen automatisierten Fertigungsanlage bezieht sich auf die Nachhaltigkeit. So hat Hemmelrath die Abfallmengen deutlich reduziert und darüber hinaus Energieverbräuche sowie Emissionen massiv gesenkt. Verglichen mit konventionellen Fertigungsanlagen handelt sich es sich bei der Hemmelrath MoFa um ein vollständig geschlossenes System, das Lösemittelemissionen verhindert bzw. auf ein absolutes Minimum reduziert. Da die Rohstoffe bei dieser innovativen Fertigung im Tankwagen angeliefert werden und nicht mehr, wie sonst üblich, in vielen Einzelcontainern, sinkt die Abfallmenge je produzierte Tonne erheblich. Willkommener Nebeneffekt ist der sinkende Energiebedarf bei einer solchen Fertigungsweise. Darüber hinaus setzt diese Anlage neu Maßstäbe hinsichtlich der Arbeits- und Hygienebedingungen für die Mitarbeiter. Durch das vollständig geschlossene System sinkt daneben die Gefahr einer Kontamination des Produkts.

Ein zusätzliches, werthaltiges Argument für die modulare Fertigungsweise ist die durch den hohen Automatisierungsgrad erreichte Prozessstabilität. Eine leistungsfähige Steuerung macht es möglich, die relevanten Informationen aller Produktionsschritte in Echtzeit zu ermitteln und auszuwerten. Auf diese Weise kann ein einziger Mitarbeiter die Anlage bedienen und kurzfristig an neue Anforderungen anpassen.

Letztlich ist die neuartige Klarlack-Fertigungstechnologie von Hemmelrath ein weiterer Schritt in Richtung Industrie 4.0, denn Modularität und Vernetzung mit IT-Systemen sowie SPS-Steuerungen ermöglichen die stets aktuelle, automatische Ausrichtung an Kundenwünschen und einzelnen Aufträgen. Erklärte Strategie von Hemmelrath ist es, diese Standardisierung der modularen Fertigungstechnologie global auf gleich hohem Niveau umzusetzen und dementsprechend in allen Produktionsstätten einzuführen. „Damit bildet die neue Klarlack-Fertigungsanlage in Erlenbach einen wichtigen Meilenstein in der Fertigungstechnologie bei Hemmelrath“, so Thomas Dickels.

Fazit

Wo liegen insgesamt die Vorteile? Die Kunden von Hemmelrath profitieren durch gut abgestimmte, automatisierte Prozesse, die verlässlich reproduzierbare Ergebnisse liefern. In der konventionellen Produktion bergen vielfältige manuelle Schritte stets ein gewisses Restrisiko bezüglich gleichbleibender Produkteigenschaften. Das geschlossene System verhindert daneben eine Fremdkontamination durch Lufteinschlüsse, Staub und Schmutzpartikel und steigert damit die Gesamtqualität.
Neben dem hohen Qualitätsniveau sieht Hemmelrath weitere Vorteile darin, noch schneller auf explizite Kundenwünsche eingehen zu können und auch diese automatisiert zum Produkt werden zu lassen. Die parallel gesteigerte Produktionskapazität war schließlich das sogenannte Tüpfelchen auf dem „i“, das für die Investition spricht.

Bei der außergewöhnlichen Hemmelrath MoFa (Modulare Lackfabrik) handelt es sich um ein vollständig geschlossenes System, das Abfallmengen und Energieverbrauch stark reduziert.
2017-03-14T14:22:29+00:00März 14th, 2016|